Agrarforschung: Finanzierung sowie Vernetzung von Fachgebieten und Standorten sind große Herausforderungen

Dachverband Agrarforschung (DAF) diskutierte über die Zukunft der Agrarforschung in Deutschland

Die Landwirtschaft unterliegt national und international unterschiedlichen Trends und Strömungen, die alle Fachrichtungen der Agrarwissenschaften gleichzeitig betreffen. Das Bevölkerungswachstum, der Klimawandel und auch der technische Fortschritt haben Auswirkungen auf die Ökonomie, die Tierhaltung, den Pflanzenbau und ihre entsprechenden Umweltwirkungen. Über 20 Vertreter der einzelnen Fachgebiete stellten auf der Jahrestagung des Dachverbandes Agrarforschung (DAF) am 21. und 22. Oktober in Berlin die Entwicklungen in ihren Bereichen dar und wagten Prognosen in die Zukunft. Dass die Frage über die Zukunft der Agrarforschung in Deutschland mehr denn je aktuell ist, zeigt die sehr gut besuchte Veranstaltung mit über 180 Teilnehmern aus Forschung, Industrie und Verbänden.

Im Rahmen einer von top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals moderierten Podiumsdiskussion wurden die wichtigsten Aspekte rund um die Zukunft der Agrarforschung vertieft. Dabei waren sich die Teilnehmer einig: Die Agrarwissenschaften bleiben ein wichtiges Forschungsfeld, jedoch bestehen große Herausforderungen in der Forschungsfinanzierung und der Vernetzung von Fachgebieten und Standorten, um den Fragen an die Forschung gerecht zu werden.

Besonders im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Exzellenz durch grundlagenorientierte Forschung und praktischer Relevanz durch Lösungen für die Landwirtschaft ist es für Universitäten schwierig, die richtige Balance zu finden. Die Bewertung von wissenschaftlicher Arbeit basiert aktuell vornehmlich darauf, wer der Finanzier des Projektes war und wie viele Publikationen in namhaften Journalen veröffentlicht werden konnten und wie oft diese zitiert werden. Die nahezu rein drittmittelbasierte Finanzierung der derzeitigen Forschung birgt auch die Gefahr, dass eine ausreichende wissenschaftliche Infrastruktur nur schwer aufrechterhalten werden kann. Folgen werden nicht nur Einschränkungen in der „freien“ Forschung und Kreativität sein, sondern dadurch leidet auch die Zukunftsfähigkeit des jeweiligen Standortes.

An der Podiumsdiskussion waren beteiligt: Dr. Reinhard Reents, Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung W.v., Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Werner Wahmhoff, Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Prof. Dr. Thomas Jungbluth, Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA), und Dr. Ludger Schulze Pals, Chefredakteur top agrar.

Eindrücke von der Tagung

Das Auditorium auf der Tagung 2014
Prof. Dr. Olaf Christen, Präsident des DAF
An der Podiumsdiskussion nahmen teil (v.l.r).: Prof. Dr. Thomas Jungbluth, Dr. Reinhard
Reents, Dr. Ludger Schulze Pals, Prof. Dr. Werner Wahmhoff und Prof. Dr. Stephan
Dabbert.